Atemschutz-Belastungsübung – an die körperlichen Grenzen gehen

Einsätze unter Atemschutz können sehr belastend sein. Daher muss man jährlich in die Atemschutzstrecke gehen. Vergangenen Donnerstag waren wieder sieben Feuerwehrmänner der Abteilung Besenfeld bei der Belastungsübung in Altensteig.

Die Atemschutzstrecke ist schon eine Herausforderung für jeden Feuerwehrmann.

WP_20140320_001Geschrieben steht das Ganze in der Feuerwehrdienstvorschrift für Atemschutz (FwDV 7). Dort steht unter 2.1.2.2, dass man mit 1.600 Litern Luft 80 KJ erbringen muss. Jetzt kann man mit 80 KJ wenig anfangen und daher kann man sich dies so vorstellen: Man benötigt 1 J (Joule) um 100 g auf 1 Meter Höhe zu bringen. Wenn man davon ausgeht, dass die Feuerwehrmänner als Atemschutzträger knapp 100 Kilogramm wiegen (75 Kg Feuerwehrmann + 25 Kg Ausrüstung), dann müssen die Feuerwehrmänner dieses komplette Gewicht in 80 Meter Höhe schaffen, um die 80 KJ zu erreichen. Das auch noch in durchschnittlich 25 Minuten.

WP_20140320_003Dies ist schon eine imposante Anforderung. Jetzt ist aber während der Belastungsübung auch etwas Abwechslung vorgeschrieben. In der FwDV 7 sind Richtwerte für den Kilojoule-Verbrauch angegeben.

 

Man kann sich dann auch ausrechnen, was man auf den jeweiligen Geräten zurücklegen muss:

WP_20140320_004

 

 

 

 

 

  • 25 KJ Leitersteigen = 25 Meter
  • 15 KJ Orientierungsstrecke = 75 Meter
  • 25 KJ Laufband/Fahrrad = 250  Meter Laufband

WP_20140320_006

 

 

 

 

 

Hinzu kommt natürlich noch das Thema fehlender Wärmeaustausch, da man mit der kompletten Brandschutzkleidung auch nicht wirklich viel Hitze abgeben kann. Und dann noch in der Strecke wie Hitzekammer, ständiges hoch und runterkriechen oder durch die Röhre rutschen.

Nach rund 90 Minuten waren alle Atemschutzgeräteträger erfolgreich durch die Strecke gegangen und sind somit wieder für 12 Monate einsatztauglich. Das setzt natürlich die gesundheitliche Eignung, die jeder Atemschutzgeräteträger alle 36 Monate ärztlich bescheinigen lassen muss, sowie die jährliche standortbezogene theoretische und praktische Unterweisung und Übung nach FwDV7 voraus.

WP_20140320_005Die benutzten Atemschutzgeräte, Masken und Atemluftflaschen müssen nun wieder in der Atemschutzwerkstatt der Stadt Altensteig gereinigt, geprüft, gefüllt und für den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Dafür sind einige Stunden Arbeit durch die Atemschutzgerätewarte, die ja auch schon die Übung vorbereitet haben, zu leisten. An dieser Stelle unser Dank für den verantwortungsvollen Job, an dem im Einsatz unser Leben abhängt.

Die Atemschutzstrecke befindet sich in fast kompletter Dunkelheit. Einzige Lichtquelle sind vereinzelte Lichtblitze. Zusätzlich wird der Durchlauf durch das Einspielen von Geräuschen wie menschliche Schreie und Knallgeräusche emotional erschwert.